Lesezeit 2-3 MinutenWissenswertes über Stress & Burnout

Warum Stress eine schlechte Voraussetzung für gute Entscheidungen ist

Stress ist eine denkbar schlechte Voraussetzung, um gute Entscheidungen zu treffen.

Unter Stress schüttet unser Körper einen ganzen Hormoncocktail aus, der viele Vorgänge in unserem Körper maßgeblich beeinflusst. Einige dieser körperlichen Veränderungen betreffen auch unser Gehirn. So wird unter Stress zum Beispiel die Leistung unserer Rechenzentrale deutlich heruntergefahren. Wir können dann zwar blitzschnell reagieren, unser Denken wird aber deutlich blockiert. Vernünftige Entscheidungen oder das finden einer Lösung für ein komplexes Problem, sind dann praktisch nicht mehr möglich. Wir sind im „Fight or Flight“ Modus – Kampf oder Flucht. Und das ist in unserer modernen Welt oft genau das Falsche.
Wirklich funktionieren tun in solchen Stresssituationen nur noch Handlunggen, die wir aufgrund vieler Wiederholungen vorher soweit „geübt“ haben, dass wir kaum noch darüber nachdenken müssen. Diese Handlungen sind weitgehend stressunabhängig geworden, weil sie aufgrund der Automatisierung eine weniger bewusste Kontrolle benötigen. Im Gehirn werden diese Vorgänge von der Großhirnrinde in die sogenannten Basalganglien verlagert. Was dort gespeichert ist, können wir selbst unter größtem Stress abspulen. Genau aus diesem Grund üben Ärzte, Rettungssanitäter und Soldaten gewisse Abläufe, bis sie diese „im Schlaf“ können.
Dieses automatisieren funktioniert für systematische Abläufe und Entscheidungsprozesse sehr gut. Sobald aber etwas passiert, das vom einstudierten Muster abweicht, funktioniert das Eingeübte meist nicht mehr. In solch einem Fall hilft dann nur noch Ruhe zu bewahren. Drei, vier Mal tief durchatmen, sich kurz sammeln… egal wie groß der Stress momentan auch ist.

Bei manchen Entscheidungen ist es sogar die Entscheidungsfindung selbst, die Stress in uns auslöst.

Dies passiert zum Beispiel, wenn wir eine wirklich wichtige Entscheidung zu treffen haben. Zum Beispiel eine, die viele Bereiche unseres Lebens auf einmal verändern würde. Oder wenn es sich um eine Entscheidung handelt, bei der ein möglicher Weg nicht den aktuellen Werten und Normen des Umfeldes oder der Gesellschaft entspricht. Steht ein möglicher Weg im Widerspruch zu dem, was die Mehrheit tut und für richtig hält, bekommen wir oft recht deutlich den sozialen Druck aus unserem Umfeld zu spüren.
Solch einschneidende Entscheidungen sind oft sehr schwer zu treffen. Entscheidet man sich für einen Weg, der den Erwartungen unseres Umfeldes entspricht, leidet man womöglich Jahre oder gar sein restliches Leben lang darunter. Entscheidet man sich für seinen Weg, bekommt man womöglich für lange Zeit den Widerstand aus seinem Umfeld zu spüren.
Wie wir uns schlussendlich entscheiden, hängt von vielen verschiedenen Dingen ab. Für die Phase der Entscheidungsfindung kann ein gedanklicher Sprung in die Zukunft, in die Zeit nach der Entscheidung, helfen. Bei diesem Gedankenspiel geht es vor allem um die Gefühle und Emotionen, die bei den positiven wie auch negativen Folgen durch die Entscheidung für die eine und auch für die andere Möglichkeit entstehen.

Die Entscheidung ist getroffen,

doch leider hat sie sich im Nachhinein als die Falsche herausgestellt. Jeder von uns weiß, wie sich dies anfühlt.
Manche dieser falschen Entscheidungen stecken wir recht leicht weg. Andere bereuen wir vielleicht ein Leben lang.
Wie Studien zeigen, schaden wir uns mit dieser Reue nur selbst. Die immer wieder auftauchenden negativen Gefühle, lösen in uns einen emotionalen Stress aus, der unter anderem unser Immunsystem schwächen kann. Jahrelange Reue kostet uns damit Lebensenergie und Lebenszeit. Daher ist es wichtig, einen guten Umgang mit unseren Fehlentscheidungen zu lernen.
Hilfreich ist hierbei, die damalige Situation zu rekonstruieren und sich an die äußeren und auch die inneren Umstände, die damals zu dieser Entscheidung geführt haben, zu Erinnern. Denn, auch wenn sich eine unserer Entscheidungen später als falsch herausstellt, in dem Moment, in dem wir sie getroffen haben, gab es mehr gute Gründe dafür, als dagegen. Einige Zeit nach dieser Entscheidung sind lediglich weitere Informationen hinzugekommen die wir damals noch nicht hatten. Steht eine Entscheidung an, so treffen wir immer die für diesen Zeitpunkt richtigere Entscheidung.
Das Einzige womit wir wirklich kaum fertig werden ist das Gefühl, eine Chance verpasst zu haben, z.B. weil wir keine Entscheidung getroffen haben.

 20 Posts One Comment 17349 Views

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Vor dem Absenden des Kommentars bitte die Datenschutzbestimmungen akzeptieren.